Rückblick Ökoenergie on Tour "Innovative Betriebsgebäude", 6. September 2005

Die zweite von insgesamt drei Touren im Jahr 2005 führte die 28 Teilnehmer/innen ins Hausruckviertel und ins Innviertel. Diese Tour zeigt innovative Betriebsgebäude in Oberösterreich.

Als erster Punkt stand der Besuch des Biohofes Achleitner in Eferding auf dem Programm. Das Ende April 2005 neu eröffnete Betriebsgebäude des Biohofes im Eferdinger Becken wurde im Passivhaus-Standard errichtet. Als Baumaterialien wurden Holz, Lehm und Stroh (von den Feldern des Biohofes) verwendet. Herr Achleitner und Herr Bmst. Preisack führten uns durch den gesamten Biohof und zeigten uns die vielen Aspekte dieses anspruchsvollen und energie-effizienten Gebäudes.  

Weiter ging es dann nach Stadl Paura zum ChristophorusHaus der MIVA/BBM. Das ChristophorusHaus dient dem kath. Hilfswerk MIVA und seiner Tochterfirma BBM als multifunktionales Betriebs- und Verwaltungsgebäude mit Logistik- und Kulturzentrum. Es ist das zweite dreigeschossige Bürogebäude in Holzbauweise in Oberösterreich, aber das erste derartige Gebäude das als Rundbau und im Passivhaus-Standard ausgeführt wurde. Herr Franz X. Kumpfmüller führte uns durch das ChristophorusHaus.

Nach dem Mittagessen wurde dann das Büro- und Wohngebäude des Architekturbüros Alois Schlager in Vöcklabruck besichtigt, welches ebenfalls in Passivhaus-Bauweise errichtet wurde. Baubeginn war Juli 2004, die Fertigstellung erfolgte nach sechsmonatiger Bauzeit. Das besondere an diesem Gebäude, ist der Einatz von Latentwärmespeichermaterialien. Durch die Sonnenenergienutzung und den Einsatz von PCM soll eine Langzeitspeicherung der Wärmeenergie in der Bausubstanz erreicht werden. Die Funktionsweise dieses Materials und die ersten Ergebnisse der Untersuchungen zu diesem Versuch wurden uns anschaulich von Herrn Arch. Schlager, Herrn Koberger, Herrn Huemer und Herrn Dehner erklärt.  

Zum Schluss stand dann noch die Besichtigung des innovativen Betriebsgebäudes der Firma Frauscher in St. Marienkirchen bei Schärding auf dem Programm. Die Firma Frauscher verwirklichte eine Vielzahl von energiesparenden und umweltschonenden Maßnahmen beim Bau und bei der Ausstattung ihres Betriebsgebäudes. Herr Frauscher, der Geschäftsführer, zeigte uns alle interessanten und energie-effizienten Aspekte seines vorbildlich geführten Unternehmens. 

Die begeisterten Teilnehmer/innen nutzten die Gelegenheit, aus erster Hand Detail- und Hintergrundinformationen zu erhalten und die besichtigten Objekte "hautnah" zu erleben. Wesentlich zum Erfolg dieser Tour trugen die interessanten und informativen Vorträge der Anlagenbesitzer/innen oder -betreiber/innen bei.


Programm

Termin: 9. September 2005
Region: Hausruckviertel und Innviertel

Passivhausbetriebsgebäude aus Holz, Lehm und Stroh, Biohof Achleitner, Eferding 

Das Ende April 2005 neu eröffnete Betriebsgebäude des Biohofes Achleitner im Eferdinger Becken wurde im Passivhaus-Standard errichtet. Als Baumaterialien wurden Holz, Lehm und Stroh (von den Feldern des Biohofes) verwendet. Kühlung und Heizung erfolgen durch Erdwärme, Sonnenenergie und Pflanzen. Eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 19,6 kWp wurde installiert. Auf den Einsatz regionaler Baustoffe wurde besonders geachtet. Im Zuge des Neubaus wurde eine Tankstelle errichtet, bei der Biotreibstoff aus Sonnenblumen für die Fahrzeuge des Biohofes zur Verfügung steht, der direkt vor Ort gepresst wird.

Bürogebäude im Passivhausstandard, Christophorus-Haus MIVA/BBM, Stadl Paura 

Das ChristophorusHaus dient dem kath. Hilfswerk MIVA und seiner Tochterfirma BBM als multifunktionales Betriebs- und Verwaltungsgebäude mit Logistik- und Kulturzentrum. Es kommt aufgrund der energie-effizienten Bauweise ohne herkömmliches Heizsystem aus. Die erforderliche Restwärme wird durch Erwärmung der Zuluft über das Lüftungssystem gewährleistet. Es werden ausschließlich umweltfreundlich hergestellte Bau- und Dämmstoffe verwendet. Alle Bauteile sind reparierbar und wiederverwendbar. Besonders innovativ ist das ChristophorusHaus in architektonischer Hinsicht: Es ist das zweite dreigeschossige Bürogebäude in Holzbauweise in Oberösterreich, aber das erste derartige Gebäude das als Rundbau und im Passivhaus-Standard ausgeführt ist.

Büro- und Wohnhaus in Passivhaus-Bauweise, Architekturbüro Alois Schlager, Vöcklabruck 

Das Büro- und Wohngebäude des Architekturbüros Alois Schlager in Vöcklabruck wurde in Passivhaus-Bauweise errichtet. Baubeginn war Juli 2004, die Fertigstellung erfolgte nach sechsmonatiger Bauzeit. Zur passiven Solarenergienutzung und Kühlung wurden Latentwärmespeichermaterialien (PCM = Phase Change Materials) eingesetzt. Durch die Sonnenenergienutzung und den Einsatz von PCM soll eine Langzeitspeicherung der Wärmeenergie in der Bausubstanz erreicht werden.

Innovatives Betriebsgebäude, Firma Frauscher Sensortechnik GmbH, St. Marienkirchen b. Schärding 

Die Firma Frauscher verwirklichte eine Vielzahl von energiesparenden und umweltschonenden Maßnahmen beim Bau und bei der Ausstattung ihres Betriebsgebäudes. Das gesamte Gebäude ist mit 10 cm Vollwärmeschutz gedämmt. Insgesamt sind 40 m² thermische Solarkollektoren installiert. Die daraus gewonnene Energie wird  für Prozesswärme, Brauchwasserheizung und die Unterstützung der Raumheizung genutzt. Bereits 1997 wurde die damals erste gewerblich genutze Pelletsheizung dieser Art in Österreich errichtet. Da die Anlage nach Vergrößerung des Betriebsgebäudes den Heizbedarf nicht mehr abdecken konnte, wurde ein Biomasse-Heizwerk, bestehend aus einem 300 m³ Speichersilo für Holzhackschnitzel und einem Heizkessel mit 350 kW Leistung errichtet. Darüber hinaus sind PV-Kollektoren mit 9 kW Spitzenleistung installiert. Überwacht wird all dies mittels rechengesteuertem Energiemanagement.