Rückblick - Ökoenergie on tour - Solararchitektur und Ökoenergie

Tour 2: "Solararchitektur & Ökoenergie"

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Ökoenergie on Tour" führte die zweite Tour im Jahr 2004 unter dem Motto "Solararchitektur und Ökoenergie" ins Hausruckviertel.

Bei dieser Veranstaltung wurden verschiedenste Aspekte der Ökoenergie vorgestellt:
Zu Beginn stand die Nutzung von Sonnenenergie im Vordergrund: Die fassadenintegrierte Photovoltaikanlage am Stadtamt in Leonding mit einer Leistung von 9 kWp ist vor allem aus architektonischer Sicht bemerkenswert. In der Wohnanlage "Wohnen im Park" der GIWOG sorgt eine PV-Anlage mit einer Leistung von 45 kWp und der beachtlichen Fläche von 368 m2 für die Stromversorgung und die 712 m2 thermische Sonnenkollektoren erreichten im Jahr 2003 einen solaren Deckungsgrad von 64% für die Warmwasserbereitung.

Bei der Firma Guntamatic in Peuerbach hatten wir die Gelegenheit eine automatisierte Produktion von Biomassekesseln zu besichtigen. Die technisch interessierten Teilnehmer/innen nutzen hier die Gelegenheit, sich im Detail über moderne Fertigungsmethoden und innovative Verbrennungstechnologien zu informieren.

Ein Highlight der Tour war die Besichtigung des ChristophorusHauses des katholischen Hilfswerks MIVA in Stadl-Paura. Es ist ein dreigeschossiges Bürogebäude in Holzbauweise und das erste derartige Gebäude in Oberösterreich, das als Rundbau und im Passivhaus-Standard ausgeführt ist. Auch hier wird Sonnenenergie zur Strom- und Warmwasserherstellung genutzt. Die Nutzung von Regenwasser und geklärtem Brauchwasser in der Autowaschanlage und in den WC-Spülungen rundet das ganzheitliche Konzept des Hauses ab.

Zum Schluss konnten wir das Passivhaus der Familie Huber in Weißkirchen an der Traun besichtigen. Der Hausherr stellte in einem mitreißenden Vortrag das Energiekonzept seines Hauses vor, berichtete von persönlichen Erfahrungen bei der Errichtung und vom Wohnen in einem Passivhaus.

Die begeisterten Teilnehmer/innen nutzen die Gelegenheit, aus erster Hand Detail- und Hintergrundinformationen zu erhalten und die besichtigten Objekte "hautnah" zu erleben. Wesentlich zum Erfolg dieser Tour trugen die interessanten und informativen Vorträge der Anlagenbesitzer oder -betreiber bei.


Programm

Termin: 13. Juli 2004
Region: Hausruckviertel


Photovoltaik-Anlage Stadtamt Leonding

Am Stadtamt Leonding wurde am 10. Jänner 2002 eine fassadenintegrierte Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung 9 kWpin Betrieb genommen. Besonders hervorzuheben ist die gelungene architektonische Integration dieser Anlage in das bestehende Gebäude. Sie besteht aus 75 monokristallinen Solarmodulen zu je 120 W und hat eine Gesamtmodulfläche von 70 m2.


Wohnen im Park

Die Wohnanlage "Wohnen im Park" in Leonding wurde von der GIWOG (Gemeinnützige Industrie-Wohnungsaktiengesellschaft) als Ersatz für die beiden Hochhäuser am Harter-Plateau errichtet. Die Anlage umfasst 322 Wohneinheiten in 14 Häusern.

Das Warmwasser für diese Wohnanlage wird mit Sonnenenergie bereitet, dazu wurden auf den Häusern 784 m2 Sonnenkollektoren installiert. Weiters wurde bei der Planung der Häuser auf eine gute Wärmedämmung Wert gelegt, so erreichen die Häuser der Wohnanlage "Wohnen im Park" eine Energiekennzahl von 38 kWh/m²a.


Guntamatic

Die Produktpalette der Firma GUNTAMTIC Heiztechnik GmbH, die im Jahre 1963 gegründet wurde, reicht von Pelletsanlagen mit Schnecken- und Saugaustragung über Holzvergaser- und Festbrennstoffheizkessel bis hin zu Pufferspeichern.

Das Unternehmen hat eine Exportquote von rund 30%, Hauptexportländer sind Deutschland und Italien. Am Standort Peuerbach, der zu den modernsten Fertigungsstätten für Biomasse-Heizgeräte in Europa zählt, werden 80 Mitarbeiter beschäftigt. Großen Wert legt die Firma Guntamatic auf Automation: Mit dem Einsatz von Robotern werden höchste Ansprüche in Bezug auf Präzision möglich.


ChristophorusHaus

Das ChristophorusHaus dient der MIVA, einem Hilfswerk der katholischen Kirche, und seiner Tochterfirma BBM als multifunktionales Betriebs- und Verwaltungsgebäude mit Logistik- und Kulturzentrum. Es erreicht aufgrund der energieeffizienten Bauweise Passivhausstandard und kommt ohne herkömmliches Heizsystem aus. Die erforderliche Restwärme wird durch Erwärmung der Zuluft über das Lüftungssystem gewährleistet. Es werden ausschließlich umweltfreundlich hergestellte Bau- und Dämmstoffe verwendet. Alle Bauteile sind reparierbar und recyclierbar.

Im ChristophorusHaus kommt ein neu entwickeltes Massivholz-Passivhausfenster zur Anwendung, das bisher noch in keinem Großvolumen-Passivhaus Verwendung gefunden hat. Weiters verfügt das Gebäude über eine fassadenintegrierte Photovoltaikanlage.

Besonders innovativ ist das ChristophorusHaus in architektonischer Hinsicht: Es ist das zweite dreigeschossige Bürogebäude in Holzbauweise in Oberösterreich – aber das erste derartige Gebäude, das als Rundbau und im Passivhaus-Standard ausgeführt ist.


Einfamilienpassivhaus Constanze und Jörg Huber

Das Passivhaus der Familie Huber in Weißkirchen an der Traun wurde in Holzriegelbauweise errichtet.

Durch die gute Dämmung der Außenbauteile (Dämmstoff: Steinwolle), die Ausrichtung des Gebäudes nach Süden und die kontrollierte Be- und Entlüftung mit Frischluftheizung beträgt die Nutzheizenergiekennzahl des Wohnhauses nur 15 kWh/m²a. Dieser sehr niedrige Heizwärmebedarf wird mit einer Pelletsheizung gedeckt. Das Warmwasser wird mit Hilfe einer fassadenintegrierten Solaranlage bereitet.