Rückblick - Ökoenergie on tour - "Solares Bauen & Passivhäuser"

Reges Interesse an diesen Themen zeigten die rund 40 Teilnehmer/innen der Tour solares Bauen & Passivhäuser, die in den Raum Steyr führte.

Ein besonderes Highlight war die Führung durch den Niedrigenergie-Supermarkt der Firma Pfeiffer, den die Tour-Teilnehmer/innen vor der offiziellen Eröffnung besichtigen konnten.

Außerdem wurden Wohn- und Bürogebäude, die nach den neuesten energietechnischen Standards geplant und im Betrieb kaum Energiekosten verursachen, besucht.

Die aktive Beteiligung der Teilnehmer/innen und die informativen Ausführungen von Planern, Technikern sowie von Bewohner/innen der Passivhäuser trugen sehr zum Gelingen dieser Tour bei.


Programm

Termin: 4. September 2003
Region: Raum Steyr


Supermarkt in Passivhausbauweise
Fa. Pfeiffer Handels GmbH, Kirchberg Thening

Der europaweit einzigartige Supermarkt in Passivhausbauweise entsteht derzeit in Kirchberg/Thening. Es wird eine PV-Anlage mit 7 kWp auf der Südfassade montiert, 20 kWp am Dach des Gebäudes.


Passiv Einfamilienhaus ("Plusenergie-Haus")
Fam. Kroiss, Kirchberg Thening

Die Energieversorgung des Hauses erfolgt aus 100 % erneuerbarer Energie. Das Holzhaus ist im Passivhausstandard errichtet, mit einer Energiekennzahl von 13 kWh/m² pro Jahr. Es verfügt über kontrollierte Wohnraumlüftung und eine 17,4 m² große solarthermische Anlage in der Fassade, sowie über eine PV-Anlage von 10,35 kWp. Das Regenwasser wird mit Hilfe einer Regenwassernutzungsanlage (6,5 m³ Wasserzisterne) aufbereitet. Dies ermöglicht den sparsamen Umgang mit Trinkwasser.


Sanierung Bürogebäude, Niedrigenergie-Bürohaus
Fa. Bogner, Steyr

Wie man ein altes Gebäude in ein modernes Niedrigenergie-Bürohaus umwandeln kann und das in nur wenigen Monaten Bauzeit und mit geringen Sanierungskosten, zeigt das "Nordpool-Gebäude". Die Energiekennzahl, d.h. der jährliche Heizenergiebedarf pro Quadratmeter, wurden von 270 auf 37 kWh/m² gesenkt. Der verbleibende Energiebedarf wird umweltfreundlich gedeckt und ein intelligentes Energiekonzept sorgt für die Nutzung vorhandener Anlagen. So werden die Fußboden- und Wandheizung aus über 100 m² Sonnenkollektoren mit Wärme versorgt und die alten Öltanks als Pufferspeicher verwendet.


Firmengebäude in Passivhausbauweise
Fa. Schloßgangl, Steyr

Die Firma Schloßgangl hat einen der innovativsten Gewerbebauten Österreichs errichtet. Das Firmengebäude in Passivbauweise benötigt durch die moderne Bautechnik keine Heizung und kommt mit nur 10 % des Energieverbrauchs eines vergleichbaren herkömmlichen Gebäudes aus. Der geringe Restenergiebedarf, vor allem für Warmwasser und Strom, wird zum Großteil mit einer thermischen Solaranlage, einer Photovoltaik-Anlage und einem kleinen Windrad gedeckt. Eine eigene Biodieseltankstelle für das Unternehmen und die Kunden sorgt für den umweltfreundlichen Treibstoff.


Herstellung von Solaranlagen & Biomassekessel
Fa. Kalkgruber Solar- u. Umwelttechnik, Steyr

Das Betriebsgebäude der Firma Kalkgruber, die Solaranlagen fertigt, wurde energiesparend geplant und nach ökologischen Kriterien gebaut. Außerdem wurde das ganze Bürogebäude nach dem Prinzip des Feng Shui ausgerichtet. Eine thermische Solaranlage mit 45 m² sorgt für Warmwasser, das gesamte Nutzwasser wird durch Regenwasser gedeckt (30.000 Liter Tank für die erforderliche Speicherkapazität). Aber auch zur Stromerzeugung wird die Sonnenenergie genutzt: eine 3 kWp netzgekoppelte Photovoltaikanlage mit einem jährlichen Stromertrag von rund 2.700 kWh wurde installiert. Bei der Tour erhalten Sie einen Einblick in die Herstellung und den Vertrieb von solar- und umwelttechnischen Produkten.


Mehrfamilienwohnhaus in Passivhausbauweise
STYRIA (Gemein. Steyrer Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft), St. Ulrich/Steyr

Die Wohn- und Siedlungsgenossenschaft STYRIA hat innerhalb eines Jahres das erste Mehrfamilienwohnhaus in Passivhausbauweise (Energiekennzahl 15 kWh/m² pro Jahr) in Oberösterreich errichtet. 18 Mietwohneinheiten wurden in Massivbauweise, mit hohen Dämmstärken, errichtet. Eine optimale Nutzung der Sonnenenergie erfolgt durch die Südorientierung des Gebäudes. Jede Wohnung verfügt über eine eigene Heizung mit kontrollierter Lüftung. Die Heizung funktioniert auf folgende Weise: Die Zuluft wird dem Gebäude durch Erdwärmetauscher zugeführt und vorgewärmt. Nun kommt sie in den Wärmetauscher wo sie durch die Abluft der Wohnungen auf 16 °C erwärmt wird. Erst in den einzelnen Wohneinheiten erfolgt die Erwärmung der Luft auf die benötigte Raumtemperatur mittels einer Wärmepumpe. Vor allem beim mehrgeschossigen Passivhaus gilt: "Je mehr Wohneinheiten in der thermisch optimierten Gebäudehülle "verpackt" sind, desto größer ist die Ersparnis durch die gegenseitige Erwärmung."