Das war die Ökoenergietour "Solar, Biomasse & Co"

Im Rahmen von "Ökoenergie on Tour" führte die dritte Tour, Solar, Biomasse & Co, ins Mühlviertel. Bei spätsommerlichen Temperaturen besichtigten die Teilnehmer/innen eine Auswahl des breiten Spektrums der Ökoenergie. Energie-effiziente Gebäude, die Energiespargemeinde Schenkenfelden und Unternehmen, die Ökoenergietechnologien nutzen und auch vertreiben standen auf dem Programm. Diese oberösterreichischen Vorzeigeprojekte stießen auf reges Teilnehmerinteresse und regten zu Fragen an, die von den kompetenten Ansprechpersonen gerne und mit viel Enthusiasmus beantwortet wurden.

Insgesamt nahmen fast 90, an Ökoenergie interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, an den drei Ökoenergie-Touren teil - ein toller Erfolg des Projektes!


Programm

Termin: 19. September
Region: Mühlviertel 


Mehrfamilienhaus in Holzbauweise, Hackschnitzelheizung, Niedrigenergiebauweise
GWB (Gesellschaft für den Wohnungsbau), St. Martin im Mkr.

Dieses Mehrfamilienhaus (Niedrigenergiebauweise, Energiekennzahl von 42 KWh/m² pro Jahr) ist besonders innovativ. Das Wohnhaus wurde in Holzbauweise errichtet, verfügt über eine Wärmeversorgung mit bäuerlichem Waldhackgut, die von der Größe so ausgelegt ist, dass sie später den gesamten Ortskern versorgen kann. Dafür wurde eine bäuerliche Versorgergemeinschaft gegründet.


Gewerbegebäude in Niedrigenergiebauweise, Schauraum, Ökoenergieanlagen
Fa. Solarpartner Energie u. Umwelt GmbH, Rohrbach im Mkr.

Der Energiepark Scheiblberg zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie auch ein Betriebsgebäude komplett auf "Solarenergie" umgestellt werden kann. Der Niedrigenergiebau wurde in Holzriegelbauweise mit Dämmstärken bis zu 33 cm errichtet. 150 m² Solar-Wandkollektoren versorgen den Saisonpufferspeicher (70.000 Liter, druckfest ins Gebäude integriert, 90 cm Dämmung) sowie einen 125 m³ Betonspeicher (für die Fußbodenheizung, zur Wärmespeicherung). Sie werden auch die Gelegenheit haben, erneuerbare Energiequellen und die Produkte (Solaranlagen, Komfortlüftungen, Regenwassernutzung) im Firmen-Schauraum kennen zu lernen.


Hersteller von Pelletsheizungen
Fa. ÖkoFEN, Lembach im Mkr.

Beim Marktführer für Pelletsheizungen steht umweltfreundliches und komfortables Heizen hoch im Kurs. Von der Pelletsanlieferung bis zur Reinigung erfolgt der Betrieb vollautomatisch. Wir besichtigen das innovative Firmengebäude und Sie werden Informationen über die Herstellung und Funktionsweise von Pelletsheizungen "aus erster Hand" erhalten.


Windpark
Zukunfts-Energie GmbH, Schenkenfelden

Zwanzig engagierte Bürger/innen aus Schenkenfelden haben die Zukunfts-Energie GmbH zur Errichtung der ersten zwei Windkraftanlagen im Mühlviertel gegründet. Seit 1998 ist der "Windpark Schenkenfelden" mit zwei Windrädern und einem Jahresertrag von ca. 1.850 Millionen kWh in Betrieb (entspricht dem Jahresstrombedarf von ca. 479 Haushalten) Die mittlere Windgeschwindigkeit beträgt auf Nabenhöhe 5,56 m/s.


Biomasse - Nahwärme
Nahwärme Schenkenfelden, Schenkenfelden

Die Biomasse-Nahwärmeanlage verfügt über zwei Kessel ( 1.100 kW und 850 kW Heizleistung) mit 3.200 m Trassenlänge, die rund 65 Objekte versorgen. Der jährliche Brennstoffbedarf beträgt ca. 3.500 srm. Das Besondere der Anlage ist die Anwendung einer sehr innovativen Technologie, des sog. "Wanderbodens". Das Hackgut wird mittels kurzen Schüben des Wanderbodens, der hydraulisch angetrieben ist, in Richtung Verbrennungsstelle befördert. Dieses Verfahren ermöglicht eine äußerst wirtschaftliche Lagerung sowie eine optimale Trocknung des Hackguts.


Kindergarten in Niedrigenergiebauweise
"Julbach aktiv", Julbach

Dieses Pilotprojekt, ein Kindergarten aus Tannenholz in Niedrigenergiebauweise mit Solar- und Biomassenutzung, wurde vom Verein "Julbach aktiv" initiiert. Der Tannenhaus-Kindergarten verbindet energiesparendes Bauen und die Verwendung heimischer Rohstoffe und erneuerbare Energieträger in vorbildlicher Weise. Heimisches Tannenholz wurde für den Riegelbau verwendet. Die Energiekennzahl von 63 kWh/m² Jahr wird durch eine ausgezeichnete Wärmedämmung (Flachs, Schafwolle & Zellulose) erreicht. Ebenso verfügt der Kindergarten über eine Hackschnitzelheizung ( 27 kW), eine Photovoltaikanlage (2,3 kW, netzgekoppelt) und 16 m² Sonnekollektoren zur teilsolaren Raumheizung und Warmwasserversorgung.


Einfamilienhaus in Passivhausbauweise
Fam. Prückl, Linz-Urfahr

Die Familie Prückl wollte mit ihrem Passivhaus unter anderem folgende Ziele realisieren:
Ein freistehendes zweigeschossiges Wohnhaus mit zwei getrennten Wohneinheiten, größtenteils verglaste Südfassade, um maximalen Energieertrag zu ermöglichen, statische u. flexible Beschattungseinrichtungen, um Überhitzungen vorzubeugen usw. Im Rahmen seiner Diplomarbeit bearbeitete Herr Prückl diese Ziele und das Resultat läßt sich sehen:
Die Energiekennzahl des Hauses, welches in Ziegelmassivbauweise mit einer 30 cm dicken Korkdämmung ausgeführt wurde, beträgt 6,3 kWh/m² pro Jahr. Die kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung wird mittels eines Lüftungsgerätes durchgeführt (97-99 % Wärmerückgewinnungsgrad), der Restwärmebedarf wird mittels einer Gastherme gedeckt. Das Haus am Fuße des Pöstlingberges fügt sich durch die zeitlose Architektur harmonisch in die bestehende Bebauung ein und bietet einen herrlichen Überblick über das gesamte Linzer Becken.