Rückblick - Ökoenergie on tour - Ökostrom

Bei sommerlichen Temperaturen fand die Erste von insgesamt drei Touren im Rahmen von "Ökoenergie on Tour statt". Diese Tour führte ins Innviertel, wo Technologien zur Ökostromerzeugung - Windkraft, Biomasse, Biogas, PV, Geothermie und Kleinwasserkraft - besichtigt wurden.

Rund 30 Teilnehmer/innen informierten sich darüber, wie in Oberösterreich Ökostrom produziert wird und nützten die Gelegenheit, bei den jeweiligen Anlagenbetreibern Informationen/techn. Details aus erster Hand zu erhalten.

Die Busfahrt bot genügend Zeit, um neue Kontakte zu knüpfen oder mit den anderen Teilnehmer/innen Erfahrungen auszutauschen. Die aktive Beteiligung der Teilnehmer/innen sowie interessanten Ausführungen der Anlagenbetreiber trugen sehr zum Gelingen der Tour bei.


Programm

Termin: 26. Juni 2003
Region: Innviertel 


Photovoltaik
Fa. Franz Einfinger, Tumeltsham

Das innovative Firmengebäude der Fa. Einfinger ist eine sogenannte "Plus - Energie - Halle".
Eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 6 kWp dient zugleich als Dachhaut und wurde in diese vollständig integriert. Die Anlage ist als Netzverbundanlage ausgeführt und liefert Strom in das Versorgungsnetz der Energie Ried. Auf der Südseite wurde die Halle mit
180 m² thermischen Kollektoren bestückt. Die Sonnenenergie gelangt von dort über einen Wärmetauscher direkt in den Betonkernspeicher.


Biomasse (Kraft-Wärme-Kopplung)
Fa. Fischer/FACC, Ried

Die Biomasse-Dampfkesselanlage bei der Firma Fischer/FACC produziert Prozesswärme und
-kälte, sowie Strom für die Fertigungsstätten und die Verwaltungsgebäude. Rund 60.000 Schüttraummeter Hackgut, Rinde und Sägerestprodukte jährlich ersetzten den bisherigen Schweröl-Kessel. Energieproduktion: Wärme: 26.000 MWh; Kälte: 1.000 MWh;
Strom: 2.000 MWh; Thermoöl: 1.500 MWh. Leistungsdaten der Dampfkesselanlage: Kesselleistung: 7.700 kW; Brennstoffwärmeleistung: 9.625 kW.
Die Planung, Errichtung und Finanzierung der Kraft-Wärme-Koppelung erfolgte durch die Firma Scharoplan mittels Energie-Contracting.


Geothermie
Stadtgemeinde Altheim, Altheim

40 % der Gemeindebevölkerung von Altheim werden mit geothermischer Wärme versorgt, dadurch verringert sich der jährliche Bedarf an fossilen Brennstoffen um ca. 2.500 Tonnen. Im Jahr 2000 wurde eine Anlage zur Stromerzeugung aus geothermischer Energie errichtet. Erstmals wurde bei diesem Projekt die ORC-Technologie bei der Nutzung von Temperaturen im Bereich von
105 °C eingesetzt. Die ORC-Anlage (Organic-Rankine-Cycle) wurde in die bestehende geothermische Wärmeversorgung (Anschlussleistung 10 MWth) eingebunden und in Zukunft wird auch die Abwärme genutzt werden können. Technische Details: 2 Bohrungen mit ca. 2.300 m bzw. 2.150 m Endtiefe, Elektrische Nettoleistung: 1000 kWel; Jahresarbeitsvermögen (bei 7.500 Betriebsstunden) ca. 3.825.000 kWh, Verkauf von ca. 14.000 MWh thermischer Energie pro Jahr.


Biogas & Kleinwasserkraft
Nahwärme Antiesenhofen, Antiesenhofen

Antiesenhofen verfügt über eine wohl einmalige "Wasserkraft-Biomasse-Deponiegas-Anlage".
Das Kleinwasserkraftwerk besteht aus zwei Francisturbinen mit Synchrongeneratoren, die zusammen über eine Leistung von 124 kWel verfügen.
Biomassewerk: 4.500 m Leitungslänge; 1,5 MW Anschlussleistung; 70 Abnehmer.
Deponiegas-Kraft-Wärme-Kopplung: Anschlussleistung: 190 kWel; 340 kWth; Die anfallende Wärme aus dem Deponiegas-BHKW kann vollständig ins Fernwärmenetz eingespeist werden und dort die Grundlast abdecken. Rund 65 - 70 % des gesamten Energiebedarfs Antiesenhofens werden aus erneuerbarer Energie gedeckt.


Windkraft
Betreibergemeinschaft Oberrödham, Zell a. d. Pram

Im größten Windpark Oberösterreichs nimmt die breite Bürgerbeteiligung einen großen Stellenwert ein. In der ersten Bauphase wurden drei Windräder mit einer Gesamtleistung von 1.050.000 kWh pro Jahr (das entspricht dem Jahresverbrauch von 900 Haushalten) mit der Unterstützung von 80 Mitunternehmern/innen und 60 Darlehensgeber/innen errichtet. In Phase zwei wurden zwei weitere Windräder mit einer Gesamtleistung von 100.000 kWh durch 50 Mitunternehmer/innen und 25 Darlehensgeber/innen errichtet.
Jedes der Windräder, Anton, Berta, Christoph, Gerhard und Fred, hat eine Nabenhöhe von 65 m, 3 Rotorblätter mit einem Durchmesser von 47 m und ist 97 t schwer.