Das lange existierende Energie-Pickerl ist jetzt neu. Dabei wurde die Skala A bis G um die Klassen A+, A++ und A+++ erweitert. Die gesetzlich festgelegte Klasseneinteilung wird laufend den neuen technischen Entwicklungen und Effizienzsteigerungen angepasst.

Für viele Produkte gibt es verbindliche maximale Stromverbräuche. Geräte, die mehr Strom
verbrauchen, dürfen nicht mehr auf den Markt kommen. Auch wenn am Pickerl die Klassen A+++ bis D aufscheinen, dürfen meist nicht mehr alle dieser Klassen verkauft werden. Achtung: In vielen Fällen ist A+ oder A die “schlechteste“ Klasse.

In diesen Effizienzklassen gibt es derzeit neue:



Kühl- & Gefriergeräte

Tipps:

  • Wie groß soll der Kühlschrank sein? In einem 2-Personen-Haushalt reichen in der Regel 100 - 140 Liter Nutzinhalt, bei einer größeren Familie rund 50 Liter pro Person.
  • "Kühlen" kommt billiger als "gefrieren": Kühlschränke ohne Gefrierfach brauchen rund 25 % weniger Strom. Falls ein Gefriergerät vorhanden ist, beim Kühlschrank auf das Gefrierfach verzichten.
  • Wie viel "Kaltes" brauche ich wirklich? Ein großes Gerät ist sparsamer als zwei kleinere Modelle. Überlegen Sie vor allem bei Gefriergeräten deren Auslastung, Faustformel: das Gerät sollte ganzjährig zu mind. zwei Drittel gefüllt werden.
  • Richtiger Aufstellort: Rund 6 % weniger Stromverbrauch bei 1 Grad kälterer Umgebungstemperatur. Der Aufstellort sollte nicht neben einer Wärmequelle (z.B. E-Herd, Heizkörper, direkte Sonneneinstrahlung) sein. Bei Unterbaugeräten auf Lüftungsschlitze achten.


Geschirrspüler

Tipps:

  • Richtige Größe: Bei Vollbeladung ist eine große Geschirrspülmaschine pro Gedeck sparsamer als eine kleine.
  • Warmwasseranschluss: Wenn Sie eine thermische Solaranlage haben, ist die Anschlussmöglichkeit an die Warmwasserleitung überlegenswert. Damit kann der Stromverbrauch auf die Hälfte reduziert werden.
  • Achten Sie beim Kauf auch auf den Wasserverbrauch (unter 10 Liter pro Spülgang), siehe oben 4.
  • Richtige Programmwahl: Nutzen Sie, wenn möglich, Energiespar- oder Umweltprogramme (spülen meist bei 50°C).


Waschmaschinen

Tipps:

  • Wasserverbrauch und Schleuderwirkung: Achten Sie auch auf die "Piktogramme" am Pickerl zur Schleuderwirkung 6 (Effizienzklasse A ist am besten) und Wasserverbrauch 4 (unter 10.000 Liter pro Jahr ist sehr gering). Vor allem bei Verwendung eines Trockners auf hohe Schleuderdrehzahl (mind. 1400 U/min) achten.
  • Voll befüllen: Die Programmfunktion "½" reduziert bei halber Beladung zwar den Wasser und Stromverbrauch – aber nicht auf die Hälfte! Es gilt daher: Voll Befüllen ist am effizientesten.
  • Richtige Waschtemperatur wählen: Beim 60° Programm wird 85 % des Stromverbrauchs für das Aufheizen benötigt. Waschen Sie ev. statt mit 95° mit 60° und statt mit 60° mit 40°.
  • Warmwasseranschluss: Rund 70 % des Stromverbrauchs wird für das Aufheizen des Wassers verwendet. Wenn Sie eine thermische Solaranlage haben, ist ein Warmwasseranschluss überlegenswert (meist Vorschaltgerät notwendig).


Wäschetrockner

Tipps:

  • Nur voll beladen ist effizient: Bei halber Beladung halbiert sich der Stromverbrauch nicht, sondern sinkt höchstens um 1/3.
  • Wäsche "gut schleudern" (mind. 1.400 Umdrehungen) und "lose aufgeschüttelt" in den Trockner geben.
  • Textilien nicht übertrocknen.
  • Aufstellraum gut lüften (gut belüftet, trocknet die Wäsche besser)
  • Flusensieb regelmäßig reinigen
  • Wäschetrockner, wenn möglich, vermeiden. Am energiesparendsten sind noch immer Wäscheleine und Wäscheständer.
  • Neu am Markt: Der Solartrockner, der mit einem thermischen Sonnenkollektor verbunden wird. Damit lassen sich 50% der Stromkosten einsparen.


Wasch-Trockenautomaten

Tipps:

  • Nur wenn Sie aus Platzgründen keinen Wäschetrockner aufstellen können, ist die Anschaffung eines kombinierten Haushalts-Wasch-Trockenautomaten sinnvoll.
  • Die Energieeffizienz der Kombinationsgeräte ist meist schlechter als die Effizienz der reinen Waschmaschinen bzw. des Wäschetrockners.
  • Fast alle Kombinationsgeräte verbrauchen auch beim Trocknen Wasser – zum Kondensieren der Feuchtigkeit aus der Trocknungsluft.
  • Da die Trommel der Kombi-Geräte kleiner ist als die Trommel reiner Wäschetrockner, ist das Fassungsvermögen beim Trocknen in der Regel nur ungefähr halb so groß wie beim Waschen. So muss bei voller Beladung die Hälfte der gewaschenen Wäsche vor dem Trocknen aus der Maschine genommen werden.


TV-Geräte

Tipps:

  • Vollständig abschalten: Schalten Sie das Fernsehgerät und ggf. Set-Top Boxen stets mit dem Netzschalter ganz ab. Achten Sie beim Kauf auf das Zeichen "echter Ausschalter" (4), nur so können Sie Standby-Verbrauch ganz vermeiden.
  • Fehlt ein Ausschalter, hilft eine schaltbare Steckdosenleiste, um Geräte gleichzeitig und vollständig vom Netz zu nehmen. Bei modernen Geräten bleiben die gespeicherten Einstellungen auch ohne Strom erhalten.
  • Der Stromverbrauch eines TV-Geräts hängt hauptsächlich von der Größe der Bildschirmdiagonale (6) ab.
  • Fernseher gleicher Größe und Ausstattung können beim Stromverbrauch um bis zu 60 % voneinander abweichen! Daher gilt: Stromverbrauch beim Kauf kritisch vergleichen.


Elektrobacköfen

Tipps:

  • Auf das Vorheizen des Backofens kann fast immer verzichtet werden.
  • Beim Backen mit Umluft kann die Temperatur um 20 - 30°C niedriger als bei Ober-/Unterhitze sein.
  • Bei längeren Backzeiten (über 40 Minuten) kann rund 10 Minuten früher abgeschalten und die Restwärme genutzt werden.
  • Das Backrohr ist für kleine Mengen weniger wirtschaftlich, Toaster, Kleingrill oder die Mikrowelle sind hier sparsamer.
  • Die Mikrowelle ist nur bei kleinen Mengen (1-2 Portionen, ca. 300 g) und beim Erwärmen sparsamer als der Herd.
  • Energiesparend kann Tiefgekühltes langsam im Kühlschrank aufgetaut werden.


Dunstabzugshauben

Tipps:

  • Geringerer Energieverbrauch soll nicht zu Lasten der Funktion gehen, daher werden Luftführungseffizienz, Beleuchtungseffizienz, Fettabscheidegrad und Geräuschentwicklung am Pickerl bewertet.
  • Die Luftführungseffizienz bewertet die Luftabsaugung. Die Beleuchtungseffizienzklasse bewertet die Beleuchtungsqualität auf der Kochfläche im Vergleich zur elektrischen Leistung des Beleuchtungssystems. Der Fettabscheidegrad zeigt, wie hoch der Prozentsatz an Fett ist, der aus der angesaugten Luft in den Fettfiltern aufgenommen wird. Geräte der Klasse A haben einen Abscheidegrad von mindestens 95 %. Der Schallleistungspegel gibt die Geräuschentwicklung bei der höchsten Einstellung für den normalen Betrieb in Dezibel an.
  • Abluft-Dunstabzugshauben blasen auch wertvolle Wärmeenergie ins Freie. Ziehen Sie deshalb Umluftgeräte in Betracht, die die Luft reinigen und die Wärme im Inneren belassen.Bei Häusern mit Komfortlüftung sollten generell nur Umluftgeräte eingesetzt werden.
  • Filter regelmäßig reinigen bzw. tauschen. Die Fettschicht im Filter kann eine Brandgefahr darstellen.


Universal-Staubsauger

Tipps:

  • Derzeit darf ein Staubsauger maximal eine Leistung von 1.600 W haben, ab 1. September 2017 maximal 900 W.
  • Geringere Wattzahl heißt nicht automatisch schlechtere Saugleistung.
  • Das Saugergebnis hängt von der Konstruktion des gesamten Staubsaugers ab, z. B. von der Luftführung im Inneren des Geräts und von der Form der Saugerdüsen und deren Abstimmung auf das Gerät.
  • Deshalb wird auf dem Pickerl zusätzlich zur Energiekennzahl auch die Reinigungsklasse des Staubsaugers angegeben. Die Hartbodenreinigungsklasse 6 beschreibt die Staubaufnahme von einer mit Staub gefüllten Ritze auf einer hölzernen Platte. Die Teppichreinigungsklasse 5 beschreibt die Staubaufnahme von einem Standard-Teppich.


Haushaltslampen

Tipps:

  • Halogenlampen sparsam verwenden, sind keine Energiesparlampen
  • Achten Sie beim Kauf von LED-Lampen auf die Lumen-Angaben
  • Lumen [lm] gibt die Lichtleistung an, also wie hell eine Lampe ist
  • Lumen-Richtwert im Vergleich zur Glühlampe:



Leuchten

Tipps:

  • Bringen Sie die Leuchten dort an, wo Licht tatsächlich gebraucht wird (Arbeitsplatte, Leseecke, Kochbereich, etc.).
  • Indirekt strahlende Leuchten (z.B. Wand- oder Deckenfluter) brauchen bei gleicher Beleuchtungsstärke rund 80% mehr Strom als direkt strahlende Leuchten
  • Beleuchtungskörper regelmäßig reinigen


Klimageräte

Tipps:

  • Raumklimageräte verbrauchen viel Strom und können in den meisten Fällen durch richtige Beschattung, Nachtlüftung, richtiges Bauen und Lüften vermieden werden.
  • Bei Neubau und größeren Renovierungen von Wohngebäuden muss lt. Bautechnikgesetz die Vermeidung der sommerlichen Überwärmung ohne Klimageräte gewährleistet sein.
  • Tipps bei Hitze:
    – Fenster zum Lüften nur in der Nacht öffnen
    – Fensterläden, Jalousien, Rollläden tagsüber geschlossen halten
    – Raumklimageräte nur nach Bedarf verwenden


Autoreifen

Tipps:

  • Rund 7,5% Kraftstoffeinsparung: Rund 20% des Treibstoffverbrauchs werden allein zur Überwindung des Rollwiderstands der Reifen verbraucht! Zwischen den Kategorien A und G liegen rund 7,5 Prozent Kraftstoffersparnis, bei 10.000 km/Jahr und 6l/100km Verbrauch sind das rund 340 Euro Einsparung in 5 Jahren.
  • Bremseigenschaften: Mit Reifen der Klasse A verkürzt sich der Bremsweg eines PKWs von Tempo 80 bei Nässe im Vergleich zu Reifen der Kategorie G um bis zu 18 Meter.
  • Geräuschentwicklung: Reifen mit einer schwarzen Welle am Pickerl reduzieren das Abrollgeräusch um 20 % im Vergleich zu Reifen mit drei schwarzen Wellen.
  • Achten Sie auf den richtigen Luftdruck, damit sparen Sie Kraftstoff.
  • Die drei Kriterien des Reifenlabels sind nicht die einzigen Leistungsmerkmale eines Reifens, auch andere, wie Aquaplaning, Fahrstabilität oder Seitenführung werden bei Reifentests geprüft.


Heizungsumwälzpumpen

Verpflichtende Energie-Kennzeichnung für Pumpen

  • Seit 1.1.2013 gilt der Energie-Effizienz-Index (EEI). Je niedriger der EEI, desto besser.
  • Effizienzklasse A bei einer Umwälzpumpe entspricht EEI von unter 0,4.
  • Seit 08/2015 darf der EEI von Nassläufer-Umwälzpumpen maximal 0,23 sein. Das gilt für neue externe Pumpen genauso wie für neu integrierte Pumpen in Wärmeerzeugern und Solarstationen.
  • Besonders effiziente Umwälzpumpen weisen bereits jetzt einen EEI von weniger als 0,2 auf.

Tipps

  • Tipps für den sparsamen Betrieb:
    – nur so viele Pumpen, wie wirklich erforderlich sind, einsetzen.
    – Pumpen in der notwendigen Leistungsstufe anschaffen (nicht überdimensionieren).
    – Pumpen auf geringst möglicher Stufe betreiben.
    – Pumpen in nicht benötigten Zeiten (Sommer) bzw. in Zeiten mit geringer Anforderung
    (Übergangssaison) auf geringer Leistungsstufe betreiben bzw. abschalten.
  • online Pumpentest: www.pumpentest.at


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Energie-Pickerl hilft beim Kauf

Egal, ob Sie ein Elektrogerät kaufen oder Autoreifen brauchen, achten Sie auf das Pickerl! So können Sie beim Kauf einfach Kosten und Energie für die nächsten 10-15 Jahre sparen!

Weitere Informationen zum Strom- & Energiekosten sparen erhalten Sie beim OÖ Energiesparverband, einer Einrichtung des Landes Oberösterreich. Dort können Sie auch kostenlos ein Strommessgerät zur Überprüfung des Stromverbrauchs Ihrer Elektrogeräte ausborgen

Eine Datenbank sparsamer Haushaltsgeräte finden Sie unter: www.spargeraete.de/ESV

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