Projekte gegen die Energiearmut in Oberösterreich

Energie ist ein essentieller Lebensfaktor und hat wesentliche Auswirkungen auf die persönliche und wirtschaftliche Entwicklung des Einzelnen. Steigende Energiekosten verschärfen die Situation bestimmter Personengruppen, insbesondere solche, die sich bereits in einer schwierigen finanziellen Lage befinden.

Auch in Oberösterreich sind viele Haushalte von Energiearmut betroffen. Die Energiekosten steigen und einkommensschwache Haushalte haben oft alte und daher ineffiziente Heiz- und Elektrogeräte, aber nicht die finanziellen Mittel für einen Umstieg auf moderne, energieeffiziente Geräte.

Der Energieverbrauch und damit die Energiekosten stehen oft nicht im Zusammenhang zur Wohngröße und zur Einkommenssituation, im Gegenteil: einkommensschwache Haushalte haben oft überdurchschnittlich hohe Stromverbräuche, da sie über eine deutlich ältere und ineffizientere Elektrogeräte-Ausstattung verfügen.

Zu den Hauptbetroffenen zählen Menschen, die einen Heizkostenzuschuss bzw. Mindestsicherung erhalten oder von der Rundfunkgebühr bzw. der Ökostrompauschale befreit sind. Das sind dzt. insgesamt rund 40.000 Haushalte in Oberösterreich (Stand 2015). Der Heizkostenzuschuss ist ein wichtiger Beitrag zur kurzfristigen Entlastung. Die steigenden Energiekosten und der hohe Energieverbrauch aufgrund alter ineffizienter Geräte sind ein langfristiges Problem.

Oberösterreich hat sich als erstes Bundesland zu diesem Themenbereich aktiv engagiert und beispielsweise folgende Projekte durchgeführt.




Stromspar-Projekt für einkommensschwache Haushalte in den Bezirken Braunau, Freistadt & Linz-Land

Das Land Oberösterreich setzte nach einem Pilotprojekt im Bezirk Urfahr-Umgebung das Projekt in den Bezirken Braunau, Freistadt und Linz-Land fort. Dieses wurde vom OÖ Energiesparverband unter Einbeziehung von den Bezirkshauptmannschaften, den Gemeinden, den Sozialinitiativen und dem Stromhändler ENAMO durchgeführt.

 

  • Für dieses Projekt sind im Moment keine Beratungen mehr möglich
  • kostenlose Energieberatung und "Soforthilfepaket"
  • Förderung von bis zu 250 Euro für den Tausch eines Elektrogerätes

Was waren Projektinhalte und Ziele?

Das Projekt zielte darauf ab, die Stromkosten von einkommensschwachen Haushalten nachhaltig zu senken:

Produktunabhängige Energieberatung
Einkommensschwache Haushalte erhielten eine kostenlose und individuelle Energie­beratung durch einen Berater des OÖ Energiesparverbandes mit maßgeschneiderten Tipps und Hinweisen, wie mit organisatorischen Maßnahmen (also ohne eigene Investitionen), Energiekosten gesenkt werden können. Dabei gab es auch ein individuelles kostenloses "Soforthilfepaket" (z. B. schaltbare Steckerleiste, LEDs etc.).

Förderung: Tausch von Elektrogeräten
Wurde im Rahmen der Energieberatung ein entsprechender Bedarf festgestellt, gab es pro Haushalt für den Austausch eines Elektrogerätes auf ein effizientes Neugerät (Kühl-, Gefriergerät, Waschmaschine) eine Landesförderung von bis zu maximal 250 Euro. Das getauschte Altgerät  musste entsorgt werden, ein Internet- oder Privatkauf war nicht förderfähig. Ein Gutschein des Stromhändlers ENAMO war all­fällig zusätzlich zur Landesförderung möglich.


Stromspar-Pilotprojekt für einkommensschwache Haushalte im Bezirk Urfahr-Umgebung: „Weg aus der Energiearmut!“

Einkommensschwache Haushalte haben oft alte und daher ineffiziente Elektrogeräte, aber nicht die finanziellen Mittel für eine Modernisierung mit energieeffizienten Geräten. Zu den Hauptbetroffenen zählen Menschen, die einen Heizkostenzuschuss bzw. Mindestsicherung erhalten. Das sind derzeit insgesamt rund 25.000 Haushalte in Oberösterreich. Der Heizkostenzuschuss ist ein wichtiger Beitrag zur kurzfristigen Entlastung. Die steigenden Energiekosten und der hohe Energieverbrauch aufgrund alter ineffizienter Geräte sind ein langfristiges Problem.

Das Land Oberösterreich führte daher ein Pilotprojekt gegen die Armutsfalle "Energiekosten" durch, dieses wurde vom OÖ Energiesparverband unter Einbeziehung von Sozialinitiativen, der Bezirkshauptmannschaft  Urfahr-Umgebung und der Gemeinden durchgeführt. Das Pilotprojekt zielte darauf ab, die Stromkosten von einkommensschwachen Haushalten durch eine Energieberatung, ein Soforthilfepaket und den kostenlosen Tausch eines Elektrogeräts nachhaltig zu senken.

Mit dem Projekt wurde die Zielgruppe unmittelbar erreicht und deren Energiekostensituation deutlich verbessert - es ist damit eines der effizientesten Pilotprojekte gegen Energiearmut in Österreich. Das Pilotprojekt wurde von der Johannes Kepler Universität Linz, Institut für betriebliche und regionale Umweltwirtschaft, evaluiert. Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Landes Oberösterreich, Abteilung Umweltschutz, gefördert.


Projektlaufzeit: Juni 2012 bis Juni 2013


Kühl- und Gefriergeräte-Tauschprogramm für einkommensschwache Haushalte in Oberösterreich

Mit dem Tauschprogramm wurden alten ineffizienten Kühl- oder Gefriergerätes in einkommensschwachen Haushalten ausgetauscht. Mindestens fünf Jahre alte Stromfresser wurden durch neue Geräte mit der besten verfügbaren Energieeffizienzklasse ersetzt, der einkommensschwache Haushalt erhielt nach dem Tausch dafür bis zu 250.- Euro. Das Umweltressort des Landes OÖ hat in enger Zusammenarbeit mit dem OÖ Energiesparverband das Projekt durchgeführt, Gerätehersteller und Händler haben die Aktion durch Bestgeräte, z.B. Kühlschränke, um unter 250.- Euro unterstützt.

Im Rahmen des Projektes wurden 2.480 alte Kühl- und Gefriergeräte getauscht – es ist damit eines der größten Projekte gegen Energiearmut in Österreich. Durch die Förderaktion wurde eine Gesamtenergieeinsparung über die Lebensdauer der geförderten Geräte von 8.100 MWh elektrische Energie erzielt und die eingesparte Strommenge entspricht auf Basis der heutigen Strompreise etwa 1,6 Millionen Euro.


Projektlaufzeit: April 2009 bis Dezember 2009


Heizungstauschprojekt "Pelletskaminöfenaktion für sozialbedürftige Personen" in Oberösterreich

Im Jahr 2009 startete das Land Oberösterreich eines der ersten Pilotprojekte gegen die Armutsfalle "Energiekosten" in Österreich. Statt ineffizienter und daher teurer alter Öfen, wie z.B. Öl- oder Kohleöfen, wurden einkommensschwache Haushalte mit einem bedienungsfreundlichen Pelletskaminofen mit geringen Betriebskosten ausgestattet. Durch diesen Heizkostenzuschuss der anderen Art soll die "Armutsfalle Heizen" verhindert werden. Mit der Abwicklung der Aktion war der OÖ Energiesparverband betraut.

Im Rahmen der Förderaktion wurden zahlreiche alte Heizungen gegen Pelletskaminöfen getauscht. Zusätzlich wurde bei einigen Haushalten eine Kaminsanierung durchgeführt. Weiters wurde den Förderwerbern je eine Palette Pellets zur Verfügung gestellt.

Die Aktion wurde von der Johannes Kepler Universität, Institut für Betriebliche und Regionale Umweltwirtschaft, evaluiert.


Projektlaufzeit: März 2009 bis Jänner 2011