E-GEM - Das Programm für oö. Energiespar-GEMeinden

Durch Energieeffizienz und moderne Energietechnologie können Gemeinden Energiekosten sparen und damit nicht nur das Gemeindebudget und die Betriebskosten der GemeindebürgerInnen entlasten sondern gleichzeitig auch einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten und Vorbild für Bürgerinnen und Bürger sein.

Viele Gemeinden haben sich auch bereits ambitionierte Ziele für ihre Energiezukunft gesteckt und setzen Projekte und Strategien zur Steigerung der Energieeffizienz und der Nutzung von erneuerbaren Energieträgern um. Bei der lokalen Umsetzung der Maßnahmen des Energie-Effizienz-Programms ENERGIE STAR 2010 und der Landesenergiestrategie Energiezukunft 2030 haben auch die Gemeinden eine wichtige Rolle.

 

 

Wer und was wird gefördert?

Das Energieressort fördert damit die Entwicklung, Vorbereitung und Durchführung von lokalen Energiesparprogrammen und ganzheitlichen lokalen Energiekonzepten und die dabei anfallenden Kosten. Förderungswerber können oö. Gemeinden sein. Konkreter Gegenstand der Förderung sind lokale, ganzheitliche Energiekonzepte zur Forcierung von Energieeffizienz und Ökoenergie auf lokaler Ebene. Es können auch Planungs- und Informationsmaßnahmen für diese Konzepte gefördert werden.

Ein Energie-Konzept ist modulartig aufgebaut. Solche Module können sein:

  • Erhebung des Energieflusses in der Gemeinde
  • Feststellung der Energiesparpotenziale und der Ökoenergie-Potenziale
  • Formulierung von kommunalen Zielen für Energie-Effizienz und Ökoenergie
  • Festlegung einer kommunalen Energie-Effizienz- und Ökoenergie-Strategie
  • Planung und Durchführung von Umsetzungsmaßnahmen
  • Kontrolle und Darstellung der Ergebnisse der Umsetzungsmaßnahmen

Die Obergrenzen für die Beihilfeintensität beträgt zwischen 25 Prozent und 75 Prozent der Kosten. In ehemaligen Ziel 2 und Phasing Out Gebieten können diese Förderintensitäten hinaus um bis zu 25 Prozent erhöht werden. Der Förderbetrag aus dem EGEM ist mit maximal 20.000 Euro begrenzt.

Gefördert werden Kosten zur Erstellung und Umsetzung von kommunalen Energiekonzepten, z. B. externe Kosten für die Erstellung des Energieflusses sowie Feststellung der Potenziale, Planungs- und Informationsmaßnahmen. Nicht gefördert werden u.a. Investitionen in Anlagen sowie Personalkosten von Gemeinden. Im Auftrag des Energieressorts betreut der OÖ Energiesparverband das neue Programm.

Für Fragen zum Programm, aber auch zur Unterstützung Ihrer Energiesparaktivitäten, steht Ihnen der OÖ Energiesparverband gerne zur Verfügung. Bitte nehmen Sie vor Projektbeginn mit dem OÖ Energiesparverband Kontakt auf.

DI (FH) Michael Stumptner,
Tel. 0732-7720-14864
E-Mail michael.stumptneresv.orat

Mag. Christine Öhlinger,
Tel. 0732-7720-14861,
E-Mail christine.oehlingeresv.orat 

OÖ Energiesparverband
Landstraße 45
4020 Linz



Kommunales Energiekonzept

Beispiele für mögliche Schritte & Module bei der Erstellung und Umsetzung eines kommunalen Energiekonzeptes:  

    Schritt 1 - Projekt-Start
    • Ideensammlung
    • Team-Bildung in der Gemeinde, z. B. Bürgermeister/in, Amtsleiter/in, Mitglieder des Umweltausschusses, Gemeinde-Energiebeauftragte/r, Unternehmen aus der Gemeinde, Vertreter/innen der Schulen etc.

  

    Schritt 2 - Ist-Analyse

    • Erstellung eines kommunalen Energiefluss-Bildes ("Wofür werden welche Energieträger verbraucht? Wo liegen Energiesparpotenziale?")
    • Energie-Befragung aller Haushalte, Unternehmen und Institutionen
    • Definition, wo liegen die lokalen Stärken (z. B. einschlägige Unternehmen, hohes Potenzial), wo die Schwächen?
    • Diskussionsprozess in der Gemeinde

  

    Schritt 3 - Zielformulierung

    Beispiele:

    • 1 % Energieeinsparung pro Jahr bis 2010; 30 % Ökoenergie; 100 % Ökostrom; 100 % der Wärmeversorgung aller Haushalte mit Ökoenergie bis 2020; Gesamtenergieversorgung aus 100 % erneuerbarer Energie bis 2030 etc.

  

    Schritt 4 - Aktionsplan

    • Information (Veranstaltungen für die Bürger/innen, Artikel in der Gemeinde-Zeitung, Energiesparbroschüre, Energieberatungstage
    • Modell- und Pilotprojekte für Energie-Effizienz und Ökoenergie
    • Kampagnen, z. B. Stromspar-Kampagne, Wärmedämm-Initiativen, Unterstützung von Fahrgemeinschaften
    • Förderaktionen
    • Analyse (Energiebuchhaltung) und Verbesserung der gemeindeeigenen Gebäude und des Fuhrparks
    • Unterstützung der örtlichen Unternehmen bei Energie-Projekten
    • Contracting-Projekte, etc.

  

    Schritt 5 - Umsetzung und Monitoring

    • Umsetzung der Maßnahmen-Pakete
    • Qualifizierung von Mitarbeiter/innen
    • Feststellung der konkreten Ergebnisse
    • begleitende Medienarbeit .

  

Broschüre:
"Kommunale Energiekonzepte in Oberösterreich" - Schritte und Handlungsanleitungen auf dem Weg zur Energiespar-GEMeinde mit CD-ROM Energiebaukasten® (Broschüre pdf, 686 kb)

 

 

Beispiele und Projekte

Gemeinde Munderfing

Die Braunauer Gemeinde Munderfing hat sich ein großes Ziel gesteckt. Bis zum Jahr 2035 soll die Gemeinde zu 100 % mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Im Sommer 2005 lief eine umfassende Energieerhebung und die Beteiligung der Bevölkerung war sehr groß. Nach Fertigstellung des Energiekonzepts wurde 2008 die Wärmeversorgung der Hauptschule und benachbarter Wohnbauten von fossiler Energie auf Hackschnitzel umgestellt, im Herbst 2009 ein Nahwärmeheizwerk zur Versorgung von Volksschule, Kindergarten, Pfarrhof und Pfarrsaal und einiger weiterer Gebäude in Betrieb genommen. Die Fläche der thermischen Sonnenkollektoren hat sich seit 2005 verdoppelt, für 2010 heißt der Schwerpunkt „Elektromobilität“.

 

 

Stadtgemeinde Enns

Beim bereits abgeschlossenen E-GEM-Projekt in Enns lag der Schwerpunkt auf der Einbindung der Privathaushalte: Jede/r Teilnehmer/in erhielt sehr detaillierte Daten über den Ist-Zustand seines/ihres Hauses und darauf aufbauende Sanierungsvorschläge. Diese Daten werden von der Stadtgemeinde in einer Datenbank weiter geführt und für die Erreichung der im Gemeinderat einstimmig beschlossenen Klimaziele herangezogen. Eine besondere Herausforderung in Enns waren viele denkmalgeschützte Gebäude im Stadtkern.

 

 

Bezirk Steyr-Land

Alle 20 Gemeinden des Bezirkes Steyr-Land sind Energiespar-GEMeinden. Die 10 Gemeinden Dietach, Bad Hall, Sierning, Waldneukirchen, Schiedlberg, Adlwang, Pfarrkirchen bei Bad Hall, Wolfern, Aschach an der Steyr und Rohr im Kremstal haben Ende Mai und Anfang Juni 2010 zwei gemeinsame Startveranstaltungen für die Gemeindebürger/innen organisiert. Bei diesen Veranstaltungen wurde das E-GEM-Programm vorgestellt und die Bevölkerung zur Teilnahme motiviert. Durch die gemeinsame Organisation konnten insgesamt 440 Personen bei den Veranstaltungen begrüßt werden.

 

 

Solaratlas Ottensheim

Um die Steigerung der Nutzung der Sonnenenergie anschaulich zu dokumentieren, wurde in Ottensheim 2007 ein Solaratlas erstellt, in dem alle Solar- und Photovoltaikanlagen in der Gemeinde eingezeichnet sind. 2010 wurde der Solaratlas aktualisiert und der Zuwachs festgehalten. Das Ergebnis wurde anlässlich des Tages der Sonne am Freitagsmarkt in Ottensheim präsentiert.

 

 

Passivhaus-Musikschule Wolfern

Die erste Passivhaus-Musikschule Oberösterreichs wurde 2004 in der Energiespar-GEMeinde Wolfern errichtet. Die Gemeinde Wolfern will damit einen Impuls für zukünftige Bauwerke geben und zeigt, dass sich energiesparende Bauweise auch im kommunalen Bereich lohnt. Die Musikschule kommt ohne herkömmliches Heizsystem aus, ein ausgefeiltes Energiekonzept verbindet die neue Schule mit der bestehenden Volksschule und gewährleistet sehr niedrige Heizkosten bei hohem Komfort.